SG Barchfeld/Breitungen - Ilmenauer SV 2:6

Zu einem Nachholespiel mussten die Ilmenauer Schachspieler nach Breitungen reisen. Tabellenführer gegen den Tabellenletzten schien eine klare Sache zu sein. In der Landesklasse West kann aber alles passieren. Das musste der scheinbare Favorit auf den Staffelsieg, Ammern, mit zwei Niederlagen bereits schmerzlich erfahren. Steffen Ortlepp machte gegen den ebenfalls kampfesunwilligen Uwe Rommel schnell remis. Nach einer Stunde gab es aber den ersten Sieg für Ilmenau. Julian Müller gewann bereits nach neun Zügen am 8. Brett. Sein junger Gegner gab nach einem drohenden Bauernverlust auf. Wahrscheinlich hatte er „Gespenster“ gesehen.

Eine sehenswerte Partie spielte erneut Uwe Mehlhorn am 1. Brett. Er griff sehr optimistisch an und bot ein Bauernopfer. Als Marco Geißhirt sich dann endlich an dem Bauern vergriff, geriet er in einen unwiderstehlichen Angriff, den Uwe sehr wirkungsvoll abschloss. Mit fünf Siegen aus fünf Partien setzte er seine Serie fort. Auch Albrecht Töpfer konnte nach guter Vorbereitung überzeugen. Er wählte gegen Andre Kaiser die sehr scharfe Drachenvariante im Sizilianer. Da bedarf es guter Nerven, da jeder ungenaue Zug die Stellung kippen kann. Albrecht kam nicht ganz ohne Wackler durch (siehe unsere Partie). Der Gegner schwamm aber noch mehr und wurde folgerichtig überspielt. Albrecht hat jetzt 4,5 Punkte aus fünf Partien am 2. Brett. Ein ebenfalls überragendes Ergebnis.

Damit hatte Ilmenau bereits 3,5 Punkte im Kasten. Weitere Punkte waren von Stefan Schenk und Klaus Leuner zu erwarten, die beide sehr gute Stellungen hatten. Zuerst gab Stefan remis, nachdem der erwartete Figurengewinn doch nicht ging. Auch Klaus hatte in der Fernberechnung eine Gewinnvariante gesehen, die es bei näherer Betrachtung nicht gab. Mit diesen beiden Remisen war der Mannschaftserfolg aber gesichert.

Auch Erik Lorenz, der in einem Turmendspiel zeitweise zwei Bauern mehr hatte, konnte den Gewinn nicht realisieren. Eine Minute vor dem Blättchenfall bei Erik willigte der Gegner fairerweise in ein Remis ein. Jetzt waren schon fünf Stunden gespielt. Aleksey Sukaylo bekam die Stellung immer besser in den Griff. Beiderseitige taktische Drohungen gemahnten aber zur Vorsicht. Schließlich konnte er sich aber Lutz Reum richtig aufstellen und gewann durch einen taktischen Schlag.

Damit stand der 6 : 2 Sieg der Ilmenauer fest. Mit 10 : 0 Mannschaftspunkten wurde die Tabellenführung gefestigt. Ersthaftester Konkurrent ist jetzt Leinefelde, gegen die die Ilmenauer aber bereits gewonnen haben.

Klaus Leuner
Toepfer2 Kaiser - Töpfer

Stellung nach dem 23. Zug von Weiß Die Lage sieht bedrohlich aus für Schwarz, wie befreit er sich aus dieser Zwangslage?

23... Sxf4 24.Dxf4 Te4 25.Dh6 De7 26.c3 b4? ein Fehler, Te1 hält den Vorteil fest- 27.Dh7 Kf8 28.Tg5! Db7 29.Dh6+ Ke7 30. Tg6 hätte Weiß in Vorteil gebracht 27.Lxd5 Txd5 28.Txd5 Te1+ Weiß gibt auf, ohne 29.Kc2 De4+ 30.Td3 Te2+ Kb3 Dd5+ abzuwarten 0–1

Ilmenauer SV - TSG Ruhla 4,5 : 3,5

In der Landesklasse West hatten die Ilmenauer Schachspieler mit der TSG Ruhla gute Bekannte zu Gast. Ruhla ist etwas glücklos in die Saison gestartet, verfügt aber über eine kampfstarke Mannschaft. Vorsicht war also geboten! Bei Ilmenau fehlte Erik Lorenz krankheitsbedingt. Nach über zwei Stunden gab es erst das erste Remis. Klaus Leuner musste sich heftiger Angriffe des alten Kämpen Reinhold Schliepat erwehren. Das gelang aber gut und die Partie verflachte zum Remis. Aleksey Sukaylo konnte sich einen vergnüglichen Tag machen. Uwe Thrän spielte die Eröffnung ungenau und verwechselte die Zugfolge. Damit brach über seine Stellung ein Sturm herein, dem er nicht trotzen konnte. Eine lehrreiche Kurzpartie!

Leider erging es Steffen Ortlepp ähnlich. Er kam gut aus der Eröffnung, übersah dann aber einen taktischen Schlag. Damit war der Kampf wieder ausgeglichen. Andre Strauß versuchte gegen Hans Möller alles, konnte aber nur ein Endspiel mit Mehrbauer aber ungleichen Läufern erreichen. Das langte nicht. Nach über dreieinhalb Stunden das nächste Remis.

Dann ging Ilmenau durch einen Sieg am Spitzenbrett wieder in Führung. Jetzt ging der Kampf erst richtig los! Prof. Dennler, der fast Achtzigjährige, erreichte eine hoffnungsvolle Stellung. Beide Gegner hatten je drei gefährliche Freibauern, Günter Dennler einen Springer und Matthias Hagen einen Läufer. Dennlers Bauern kamen aber eher zum Laufen. Nach ungenauem Spiel von Hagen, der eine Remisfortsetzung nicht nutzte, war der Sieg möglich. Aber auch an Dennler war der über vierstündige Kampf nicht spurlos vorüber gegangen. So fand er die Gewinnvariante nicht und die Partie endete remis. Trotzdem eine beeindruckende Leistung!

Jetzt spielten nur noch Schenk und Töpfer und die sechste Stunde brach an. Stefan Schenk hatte positionellen Druck, konnte aber wegen des knappen Mannschaftsergebnisses nicht alle Brücken hinter sich abbrechen. Zudem verteidigte sich Bernd Büchel geschickt. Albrecht Töpfer allerdings verlor in etwas besserer Stellung etwas die Geduld und machte ein spektakuläres Turmopfer. Das hätte nach starker Verteidigung von Klaus Fink zum direkten Dauerschach führen können. Töpfer aber wollte unbedingt mit dem vierten Sieg seine Weste rein halten. Das brachte viel Aufregung für beide Mannschaften. Alles schien möglich. Kurz vor Ultimo mussten dann aber beide Gegner in ein Remis einwilligen.

Damit konnte auch Schenk Remis geben und der hart erkämpfte 4,5 : 3,5 Sieg der Ilmenauer stand fest. Wie wertvoll der knappe Sieg war, zeigte sich nach dem Bekanntwerden der Niederlage des Hauptkonkurrenten Ammern. Ilmenau ist jetzt alleiniger Tabellenführer und kann die kommenden Feiertage genießen.

Klaus Leuner

Sukaylo1Sukaylo - Thrän

13.Lxg6 hxg6 14.Dxg6+ Kh8 15.Lf4 findet die stärkste Fortsetzung! Lange und kurze Rochade, sowie Dh5 gewinnen auch. 15...Dxf4 De7 wird mit Ld6 beantwortet 16.Dxf7 De4+ 17.Kd1 Sd7 18.Te1 Dh7 ist nach De6 sehr unerfreulich. Deshalb gab Schwarz zu Recht auf! 1–0

28. Erfurter Jugendopen

Fünf Nachwuchsspieler des Ilmenauer Schachvereins spielten vom 26. bis 30. Oktober 2011 beim Erfurter Jugendopen, dem bundesweit größten offenen Turnier mit langer Bedenkzeit für Jugendspieler bis 25 Jahre, und mit internationaler Beteiligung, das vom SV Empor Erfurt seit 1981 ausgerichtet wird. Die Ilmenauer Spieler halten sich einen Teil der Herbstferien schon seit vielen Jahren für dieses Turnier frei. Aus dem Ilm-Kreis nahmen auch 15 Jugendspieler der SG Blau-Weiß Stadtilm sowie 3 Jugendspieler der SG Arnstadt-Stadtilm teil.

Für den Ilmenauer Schachverein starteten in diesem Jahr Erik Lorenz, Julian Müller, Heiner Schmidt, Martin Thurmann und James Pillasch. Sebastian Rose konnte leider das Turnier wegen Krankheit nicht antreten. Während Erik, Julian und Heiner schon „alte Hasen“ beim Jugendopen sind, war es für James das erste große Turnier. Immerhin konnte er einen Sieg und ein Remis für sich verbuchen. Martin blieb im B-Open (Spieler bis DWZ 1400 – 141 Teilnehmer) ungeschlagen und kann mit 4,5 Punkten aus 7 Runden das beste Ilmenauer Einzelergebnis(29.Platz) vorweisen. Nicht ganz so gut lief es für Erik im A-Open (Spieler mit DZW > 1200), der sich zu oft in Zeitnot brachte und damit wertvolle Punkte vergab. Aber mit 4 Punkten konnte er sich noch im vorderen Mittelfeld platzieren(40.Platz).

Julian belegte mit ebenfalls 4 Punkten einen Platz(31.) im ersten Drittel des 96 Spieler starken A-Opens, wo auch Heiner mit 2 Punkten ein Ergebnis erreichte, mit dem er zufrieden sein konnte, hatte er doch durchweg stärkere Gegner am Brett gegenüber. Sieger des A-Opens wurde der Erfurter Alex Steinacker (6,5/7).

Unser besonderer Dank geht an dieser Stelle an das Opel-Autohaus Schenk in Ilmenau, das uns einen 7-Sitzer für den täglichen Transport der Kinder vergünstigt zur Verfügung stellte und an die Eltern, die die Fahrten nach Erfurt und die Betreuung vor Ort übernahmen.

julian1
Julian Müller in guter Spielform beim Erfurter Jugendopen.


Stefan Schenk

Ilmenauer SV - SV WBS Eisenach 5.5 : 2.5

Die Ilmenauer Schachspieler hatten ein Heimspiel gegen SV WBS Eisenach und gingen leicht favorisiert in das Match. Eisenach spielte erstmalig in der Stammaufstellung. Bei Ilmenau war nach längerer, krankheitsbedingter Pause Prof. Dennler wieder dabei. Nach fast drei Stunden Spielzeit gab es die ersten ausgekämpften Remisen. Steffen Ortlepp War mit Schwarz ganz gut aus der Eröffnung gekommen, konnte seine Stellung aber nicht entscheidend verstärken. Als nichts mehr los war, nahm er das Remis gegen Hilmar Schwarz an.

Prof. Dennler spielte zunächst sehr vorsichtig, da er sich über seine Form im Unklaren war. Es entstand eine blockierte Stellung, die keinen Gewinnversuch mehr zuließ. Bewundernswert, was der Achtundsiebzigjährige noch an Kampfkraft und Konzentration leisten kann. Der Benjamin der Mannschaft, Erik Lorenz, geriet gegen den erfahrenen Gerhard Königsdorfer in eine schwierige Stellung. In Zeitnot fand er nicht die richtige Fortsetzung und wurde erdrückt. 2 : 1 für Eisenach.

Eine Freude war wieder die Partie von Uwe Mehlhorn am 1. Brett. Er wählte wieder eine ungewöhnliche Eröffnung, um den Vorbereitungen von Viatcheslav Minor aus dem Weg zu gehen. Er bot für Initiative ein doppeltes Bauernopfer an. Minor misstraute dieser Fortsetzung, wurde dann aber überspielt. Eine makellose Bilanz von Mehlhorn (3 aus 3!). Damit war der Ausgleich geschafft. Klaus Leuner kam mit Vorteil aus der Eröffnung. Peter Heyl zeigte aber seine Qualitäten als Problemkomponist. Er opferte einen Bauern für Initiative und konnte in ein Turmendspiel abwickeln. Alle Gewinnversuche von Leuner nutzen nichts. Ein hart ausgekämpftes Remis war die Folge.

Stefan Schenk wurde mit einem Königsgambit angefallen. Er kannte sich aber gut aus und nutzte die zahlreichen Fehler des Gegners konsequent. Der 3. Punkt aus drei Spielen kennzeichnet ihn als Leistungsträger der Mannschaft. Dann kam die Stunde3 der Zeitkontrolle. Albrecht Töpfer am 2. Brett spielte sehr nachhaltig (siehe unsere Partie) und meisterte auch die Zeitknappheit besser als Paul Hanel. Er holte seinen 3. Sieg sehr überzeugend.

Sehr wenig Zeit verblieb auch Aleksey Sukaylo. Er hatte aber einen klaren Plan und konnte den sack zumachen. Damit stand nach hartem Kampf der 5,5 : 2,5 Sieg fest. Die Ilmenauer haben offensichtlich gutes Sitzfleisch und sind sehr kampfstark. Mit dem Sieg stehen sie weiterhin punktgleich mit Ammern an der Spitze.

Klaus Leuner

Toepfer1 Töpfer,Albrecht - Hanel,Paul

39.Kg2! Tf7 40.Th1+ Kg8 41.Lg6 1–0

Nachruf Gerd Fornahl

Gerd Fornahl ist nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 59 Jahren verstorben. Mehreren Generationen hat er in Ilmenau das Schachspielen beigebracht und sich um ihre Weiterentwicklung gekümmert. Starke Schachspieler gingen aus seiner Schule hervor. Er selbst spielte jahrelang am 1. Brett und erwarb sich in ganz Thüringen hohe Achtung. Allen war er als freundlicher Mensch und einsatzstarker Organisator bekannt. Als Hauptschiedsrichter bei den Thüringer Schnellschachmeisterschaften leistete er eine sehr gute Arbeit. Der Ilmenauer Schachsport hat einen großen Verlust erlitten. Wir werden ihm stets ein gutes Andenken bewahren.
fornahl

SC Rochade Leinefelde - Ilmenauer SV 3:5

Wer von Ilmenau nach Leinefelde fahren muss, bekommt gegenwärtig jede Menge Umleitungen vorgesetzt und muss fast zwei Stunden fahren. Die Ilmenauer sind da aber abgehärtet! Trotzdem, keine guten Voraussetzungen für das Spiel in der Landesklasse Ost, um dann noch fünf Stunden am Schachbrett zu sitzen. Irgendwann ist der Akku leer. Rochade Leinefelde ist eine erfahrene Mannschaft. So war ein harter Kampf vorprogrammiert.

Nach zwei Stunden gab es die erste positive Überraschung für Ilmenau. Der erstmals eingesetzte Julian Müller spielte gegen den erfahrenen Jakob Petiko frisch auf. Der glaubte, seinen jugendlichen Gegner mit einem sehr fragwürdigen Figurenopfer erledigen zu können. Der verteidigte sich aber gut und stand eigentlich auf Gewinn. In Zeitnot bekam er aber vom Mannschaftsleiter die Erlaubnis in ein Remis einzuwilligen. Auch Erik Lorenz stand besser, musste aber nach einem vermeidbarem Dauerschach in das remis einwilligen.

Aleksey Sukaylo ging es noch schlechter. Er wurde von Frank Thomas überspielt und verlor. Etwas tragisch war das bei Steffen Ortlepp. Der hatte durch gutes Spiel einen Bauern gewonnen und sah einer glänzenden Zukunft entgegen. Dann verlor er aber den Faden und ließ sich noch betrügen. Damit entstand eine kritische Situation für die Ilmenauer.

Dann kam aber die Wende. Albrecht Töpfer überspielte den erfahrenen Gerald Pfitzenreuter überzeugend. Sein zweiter Sieg am 2. Brett! Auch auf Stefan Schenk ist Verlass. Sebastian Müller hatte wenig Freude an der Partie und verlor auch folgerichtig. Eine Bank ist gegenwärtig Uwe Mehlhorn am 1. Brett. Er war gegen Alfred Kachel einfach der stärkere Spieler. Eine Mattdrohung konnte Kachel nur mit einem Damenopfer abwehren. Damit war die Partie gelaufen und Ilmenau führte 4 : 3.

Es waren schon vier Stunden gespielt. Der Gewinn von Klaus Leuner gegen Paul Seeboth schien eigentlich nur eine Formsache. Leuner stellte aber in Zeitnot noch einen Turm ein und verlieb mit zwei Leichtfiguren gegen einen Turm. Seeboth hätte sich noch ein Endspiel gegen Läufer und Springer zeigen lassen können, was bei verbleibenden fünf Minuten sehr schwer zu spielen ist. Er verpasste aber diese Gelegenheit. Leuner rappelte sich wieder auf und zeigte die Stärke der zwei Figuren gegen den Turm überzeugend. Damit stand der 5 : 3 Sieg der Ilmenauer fest. Ilmenau steht jetzt gemeinsam mit dem Staffelfavorit an der Spitze. Ein anstrengender Tag mit positivem Ausgang!

Klaus Leuner

Leuner6 Seeboth - Leuner

35...Se3 36.Dxc3 Txc3 37.Td3 Tc1+ 38.Kf2 Sxf5 39.d5 Sd6 40.Ke3 Tc5 41.Kf4 Txd5 42.Tb3 Td4+ 43.Ke3 Txa4 44.Tc3 Sf5+ 45.Kf2 Ta2+ 46.Kg1 Te2 47.Sd7 g6 48.Tc7 La6 49.Txa7 Schwarz vertraut auf den Königsangriff und opfert die Bauern 49...Ta2 50.Sxb6 Sh4 51.Sd7 Txg2+ 52.Kh1 Ta2 53.Se5 Sf5 54.Txf7 Te2 55.f4 Txe5 Damit sollte die Sache eigentlich erledigt sein. Schwarz musste aber nach einem Patzer noch bis zum 75. Zug kämpfen. 0–1

Ilmenauer SV - SV Schmalkalden 04 6,5 : 1,5

Die Ilmenauer Schachspieler sind wieder in der Landesklasse West, wie schon so oft. Die Mannschaft musste durch den Weggang von Friedrich und Ziegler umformiert werden. Am 4. und 5. Brett spielen jetzt Jugendliche, zumindest, wenn sie da sind. Leider war das zum Saisonstart gegen Schmalkalden nicht der Fall. Erik Lorenz fehlte ohne jede Information. Ein Punkt war futsch und der Druck auf die Mannschaft entsprechend groß.

Solche Spiele entwickeln häufig eine eigene Dynamik, die zurückliegende Mannschaft muss aggressiver spielen. Das versuchte auch Klaus Leuner mit einer als etwas fragwürdig geltenden Variante im Damengambit. Der Gegner kannte sich aber gut aus und setzte seinen Remiswillen durch. Andre Strauß machte mit dem Schmalkaldener Ersatzmann wenig Federlesen und konnte seinen positionellen Druck mit einer wirkungsvollen Kombination abschließen.

Steffen Ortlepp hatte sich gegen Thomas Lesser sehr gut vorbereitet. Der opferte zwei Bauern für einen Königsangriff. Den kanzelte aber Ortlepp geschickt ab und gewann sehr überzeugend. Die Wage neigte sich jetzt zugunsten der Ilmenauer. Am 1. Brett wählte Uwe Mehlhorn eine ungewöhnliche Aufstellung, die Lutz Klingler etwas überforderte. Er kümmerte sich zu wenig um die Entwicklung des Damenflügels und wurde sehenswert ausgestopft. (siehe unsere Partie).

Bei Aleksey Sukaylo schien sich alles auf ein Remis einzupegeln. Mit jugendlichem Optimismus fand Aleksey schließlich doch noch eine Gewinnfortsetzung und bewies damit seine gewachsene Spielstärke. Da wächst ein Spitzenspieler heran! Der Ilmenauer Sieg war gesichert. Nach fünf Stunden spielten noch Schenk und Töpfer. Stefan Schenk hatte mit6 dem alten Kämpen Dr. Weigend einen hartnäckigen Gegner. Das Endspiel schien remis und barg für beide noch Verlustmöglichkeiten. Stefan überlistete dann doch noch seinen Gegner. Eine sehr starke Leistung!

Trotz drei Bauern mehr musste Albrecht Töpfer sehr genau spielen, bis für Alexander Bamberg nichts mehr ging. Damit stand das Endergebnis von 6,5 : 1,5 für Ilmenau fest. Es ist sicher etwas hoch ausgefallen, war aber das Produkt von unbedingtem Siegeswillen der Ilmenau, die die Augregung zum Beginn produktiv genutzt haben. Was der Sieg wert ist, muss sich in den nächsten Begegnungen zeigen.

Klaus Leuner

Mehlhorn7 Klingler - Mehlhorn

Wie soll Schwarz seinen Entwicklungsvorsprung nutzen?
13... Dc7 14.exd5 exd5 Schwarz ist besser entwickelt und de3 shalb bereit, einen Bauern zu opfern. 15.Lxc5 0–0 16.Lxe7 Sxe7 Dieser Springer bekommt eine ausgezeichnete Perspektive, während sein Kollege auf b1 nur zuschaut! 17.g3 Sf5 18.Dd1 Tfe8 19.Sf1 muss das Einbruchsfeld e3 decken 19...La6 20.Sbd2 bxc3 21.bxc3 Dxc3 Der Bauer wird mit hoher Rendite zurück gewonnen. 22.Db3 Dd4+ 23.Kg2 Lxd3 24.Db7 Das ist eine Scheinaktivität! Sd6 nebst Sde4 stopft die weiße Stellung aus! 24...Se4 reicht völlig 25.Lxe4 dxe4 26.Tac1 Tb8 27.Dc7 e3 28.Sf3 Le4 29.g4 Weiß gab gleichzeitig auf. Die stärkste Fortsetzung zum Matt wäre gewesen : Lxf3+ 30.Kxf3 Dd5+ 31.Ke2 Sd4+ 32.Kd3 Sf3+ 33.Ke2 Sg1# natürlich gewinnt auch 29. Sh4.

Bericht Ilmenauer Schnellschachturnier 2011

Mit 6 Punkten aus 7 Runden gewann der Internationale Meister Joachim Brüggemann (Erfurter SK) das Ilmenauer Schnellschachturnier 2011 und verwies die Großmeister Henrik Teske (SC Remagen) und Thomas Pähtz (Lok Meiningen) mit 5,5 Punkten auf die Plätze 2 und 3. Damit erkämpfte sich Joachim Brüggemann zum 9-ten Mal den Sonderpreis des Oberbürgermeisters der Stadt Ilmenau.

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IM Joachim Brüggemann und OB Gerd Seeber

Mit der durchschnittlichen Turnierwertungszahl 2149 (ermittelt aus den zehn höchsten DWZ-Zahlen) lag das 19-te Ilmenauer Schnellschachturnier über der Durchschnittzahl 2114 aller bisherigen Turniere. Die Einschätzung des Siegers – es war der wohl am schwersten erkämpfte Sieg bei seinen zehn Teilnahmen am Ilmenauer Schnellschachturnier – sei damit unterstrichen.

Der für das Turnier glückliche Umstand, dass GM Henrik Teske in seinem Elternhaus in Oberhof weilte und daher teilnehmen konnte, führte in der 5-ten Runde die beiden Großmeister Thomas Pähtz und Henrik Teske zusammen; ein Kampf der unentschieden endete.

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IGM Thomas Pähtz und IGM Henrik Teske

Vor der letzten 7-ten Runde war die Reihenfolge der Platzierungen auf den Rängen 1 bis 6 noch vollständig offen. Die beiden Ilmenauer Uwe Mehlhorn und Aljoscha Sukaylo – in der letzten Runde nicht chancenlos – konnten aber gegen IM Brüggemann und GM Pähtz nicht punkten und fielen auf Rang 7 bzw. 13 zurück.

Eröffnet wurde das Turnier mit insgesamt 39 Teilnehmern in Anwesenheit der Kanzlerin Frau Dr. Bock in Vertretung des Rektors der TU Ilmenau und Herrn Zobel, Beigeordneter des Landrates des Ilmkreises.

Symbolische Eröffnungszüge erfolgten am ersten Brett durch Turnierleiter Dr. Zocher für GM Henrik Teske im Spiel gegen Torsten Michael (Ilmenauer SV) und durch Frau Dr. Bock am Brett des Studenten der ‚Bauhaus Uni’ Weimar Robin Jacobi.

Robin Jacobi (Empor Erfurt) wurde der spätere Gewinner des Sonderpreises des Rektors der TU Ilmenau für den bestplatzierten Studenten. Er belegte am Ende mit 5 Punkten Rang 5 der Gesamtwertung.

Den Sonderpreis des Landrates des Ilmkreis für den bestplatzierten Jugendlichen überreichte Herr Zobel, Beigeordneter des Landrates an Stefan Duzy (Erfurter SK), der mit 4 Punkten Rang 11 der Gesamtwertung belegte.

Jüngster Teilnehmer war der 10-jährige Erich Riedel (SG Arnstadt-Stadtilm) auf Rang 26 vor dem ältesten Teilnehmer Rolf Knobling (USV Erfurt) mit 79 Jahren auf Rang 27 (beide 3 Punkte). Hier kämpfte ‚alt und jung’ gleichberechtigt in einem Turnier. Ein Alterspektrum von 70 Jahren; das kann doch wohl kaum eine andere Sportart aufweisen!?

Den Sonderpreis des Turnierleiters für den Bestplatzierten mit einer DWZ < 2000 nahm Leonid Kolodny (USV Erfurt) entgegen, der auch den Sonderpreis für den Bestplatzierten Senior (älter 70 Jahre) erhielt. Uwe Mehlhorn (Ilmenauer SV) ist mit 4,5 Punkten auf Rang 7 der alte und neue Schnellschachmeister des Ilmkreis. In der letzten Runde gegen J. Brüggemann musste er sich dem späteren Turniersieger geschlagen geben.

Aus der 10-köpfigen Delegation unserer seit mehreren Jahren teilnehmenden Schachfreunde von ŠK Smichov Praha nahmen 5 Nachwuchsspieler der Altersklasse U 20 und U18 teil. Hinzu kamen 9 weitere Teilnehmer der Altersklassen U12 bis U20 aus dem Ilmkreis und Erfurt. Nach Stefan Duzy (U20, Erfurter SK, 4 Punkte Rang 11), bestimmen in der Abschlusstabelle ebenfalls mit 4 Punkten auf Rang 13 Aljoscha Sukaylo (Ilmenauer SV) und auf Rang 14 Vilem Ries (U20, ŠK Smichov Praha) die weitere Reihenfolge.

Als bestplatzierte Teilnehmerin mit 3,5 Punkten auf Rang 23 wurde Alina Zahn (Empor Erfurt) ausgezeichnet.

Die Teilnehmer dankten dem Veranstalter und ganz besonders auch den Ehrengästen Frau Dr. Bock, Herrn Seeber, und Herrn Zobel für Ihre Anwesenheit bei der Eröffnung und Siegerehrung.

Im Namen des Ilmenauer Schachverein als Ausrichter des Schnellschach-Turniers dankte Turnierleiter Dr. Zocher dem Oberbürgermei­ster der Stadt Ilmenau, dem Rektor der Techni­schen Univer­sität, dem Landrat des Ilm­-Kreises sowie allen Sponsoren, dem Kollektiv der Stadtverwaltung Ilmenau und allen Helfern vor und während der Meister­schaft.


Klaus-Peter Zocher, Turnierleiter

Abschlusstabelle
PlatzNameDWZVereinPunkte
1. IM Brüggemann,Joachim 2300 Erfurter SK 6.0
2. GM Teske,Henrik 2500 SC Remagen 5.5
3. GM Pähtz,Thomas 2400 Lok Meiningen 5.5
4. Hänsel,Thomas 2314 Empor Erfurt 5.5
5. Jacobi,Robin 2000 Empor Erfurt 5.0
5. Kolodny,Leonid 1900 USV Erfurt 5.0
7. Mehlhorn,Uwe 2040 Ilmenauer SV 4.5
8. Sedy,Pavel 2156 TJ Sokol Praha Vrsovice 4.5
9. Horacek,David 1927 Sk Smichov Praha 4.5
10. Möller,Axel 1950 Stadtilmer SV 4.5
11. Duzy,Stefan 1850 ESK 4.0
12. Keitz,Daniel 1837 ESK 4.0
13. Sukaylo,Aljoscha 1800 Ilmenauer SV 4.0
14. Vilem,Ries 1964 SK Smichov Praha 4.0
15. Catterfeld,Edgar 1409 TSV 1886 Geschwenda 4.0
16. Behm,Jürgen 1508 Thuringia Königssee 4.0
17. Broda,Alexej 1465 Sk Smichov Praha 3.5
18. Minasjan,Garegin 1553 VOKD Poruba 3.5
19. Michael,Torsten 1650 Ilmenauer SV 3.5
20. Günther,Oliver 1686 Empor Erfurt 3.5
21. Schenk,Stefan 1790 Ilmenauer SV 3.5
22. Kubesa,David 1534 Sk Smichov Praha 3.5
23. Zahn,Alina 1700 Empor Erfurt 3.5
24. Hensel,Thomas 1660 SV Ammern 3.5
25. Möller,Frank 1600 Erfurter SK 3.0
26. Riedel,Erich 972 SG ARN-Stadtilm 3.0
27. Knobling,Rolf 1300 USV Erfurt 3.0
28. Lüders,Günther 1663 TSV 1883 Benshausen 3.0
29. Rocktäschel,Tim 800 Thuringia Königssee 3.0
30. Häusler,Willy 1440 Thuringia Königssee 3.0
31. Schmidt,Heiner 1250 Ilmenauer SV 3.0
32. Sicha,Tomas 1560 SK Smichov Praha 2.5
33. Rothärmel,Eduard 1000 Vereinslos 2.5
34. Kuzin,Tomas 1509 SK Smichov Praha 2.5
35. Brandt,Wolfgang 1251 Ilmenauer SV 2.0
36. Kubitova,Alzbeta 1250 Sk Smichov Praha 2.0
37. Müller,Jonny 800 Thuringia Königssee 2.0
38. Thurmann,Martin 1200 Ilmenauer SV 2.0
39. Kumstova,Lucie 1250 Sk Smichov Praha 1.0

SV Medizin Erfurt 2 - Ilmenauer Schachverein 3,5 : 4,5

Wenig Chancen, den Aufstieg doch noch zu schaffen, rechneten sich die Ilmenauer Schachspieler im letzten Spiel der Landesklasse aus. Man hätte gegen SV Medizin Erfurt hoch gewinnen müssen, bei gleichzeitiger Niederlage von Empor Erfurt 2. Empor war in der 8. Runde gegen Schott Jena 2 wegen Spielermangel nicht angetreten. Die Strafe dafür ist im Schach sehr hart. 0 : 8 und zwei Punkte Abzug obendrein. Damit spielte das Abstiegsgespenst bei Medizin mit.

Beide Mannschaften traten in stärkster Aufstellung an. Ein schnelles Remis gab es zwischen Kay Fischer und Klaus Leuner. Gegenseitiger Respekt und Schachmüdigkeit standen Pate. Albrecht Töpfer konnte seine Partie gegen Helmut Schmuck mit wachsender Überlegenheit gestalten. Mit dem Sieg krönte er seine gute Saisonleistung (5,5 aus 9). Auch Klaus Ziegler war auf dem Gewinnwege, fand aber dann nicht die entscheidende Fortsetzung und musste mit Remis unzufrieden sein. Steffen Ortlepp wollte gegen Uwe Schmidt dagegen das Remis und wählte die französische Abtauschvariante. In der Folge spielte er zu passiv und erlag schließlich dem druckvollem Spiel des Gegners. Damit stand es 2 : 2.

Viel Freude hatten die Ilmenauer an der Partie des jungen Aleksey Sukaylo. Gegen den von den Erfurtern extra aktivierten Hartmuth Seele spielte er theoretisch sehr beschlagen und gewann einen Bauern. Er zeigte dann die Überlegenheit seiner beiden Türme gegen die Dame durch geschickte Mattdrohungen. Mit 4,5 Punkten aus 7 Partien krönte er seine erfolgreiche Saison. Inzwischen wurde bekannt, dass die Ilmenauer Hoffnungen durch den Sieg des neuen Aufsteigers Empor Erfurt nichtig waren. Trotzdem wurde weiter hart gekämpft und alle Friedensangebote abgelehnt.

Uwe Mehlhorn musste aber nach über fünf Stunden nach wechselhafter Partie seine Gewinnversuche einstellen. Ebenso erging es Stefan Schenk gegen Hannelore Kube. Nach unterlassenem Gewinnzug musste er sich in ein Dauerschach retten. Gerd Friedrich spielte mit zwei Leichtfiguren gegen Turm gegen Zeit und 50 – Züge – Regel. Im schlimmsten Falle hätte er sogar nachweisen müssen, dass er mit Läufer und Springer mattsetzen kann. Helmut Schmuck verteidigte sich aber trotz eines weiteren Bauernverlust geschickt und unterdrückte alle Vormarschpläne.

Mit dem Remis stand der Ilmenauer 4,5 : 3,5 Sieg fest. Auch für die Erfurter ging es glimpflich aus, da andere Mannschaften mitspielten. So wird man sich wahrscheinlich im nächsten Jahr wieder treffen. Ilmenau kann sich im nächsten Jahr durch den Einbau weiterer Jugendlicher konsolidieren. Der souveräne Aufstieg der 2. Mannschaft zeigt, dass die gute Jugendarbeit Früchte trägt. Ilmenau ist sehr ausgeglichen besetzt. Die meisten Punkte wurden an den hinteren Brettern erzielt.

Klaus Leuner

SukayloAljoscha Sukaylo – Hartmut Seele

43...Th1+ Aufgabe, da das Bauernendspiel nach 44.Dh1 Th6+ nebst Th1: chancenlos ist. 0 : 1