28. Erfurter Jugendopen

Fünf Nachwuchsspieler des Ilmenauer Schachvereins spielten vom 26. bis 30. Oktober 2011 beim Erfurter Jugendopen, dem bundesweit größten offenen Turnier mit langer Bedenkzeit für Jugendspieler bis 25 Jahre, und mit internationaler Beteiligung, das vom SV Empor Erfurt seit 1981 ausgerichtet wird. Die Ilmenauer Spieler halten sich einen Teil der Herbstferien schon seit vielen Jahren für dieses Turnier frei. Aus dem Ilm-Kreis nahmen auch 15 Jugendspieler der SG Blau-Weiß Stadtilm sowie 3 Jugendspieler der SG Arnstadt-Stadtilm teil.

Für den Ilmenauer Schachverein starteten in diesem Jahr Erik Lorenz, Julian Müller, Heiner Schmidt, Martin Thurmann und James Pillasch. Sebastian Rose konnte leider das Turnier wegen Krankheit nicht antreten. Während Erik, Julian und Heiner schon „alte Hasen“ beim Jugendopen sind, war es für James das erste große Turnier. Immerhin konnte er einen Sieg und ein Remis für sich verbuchen. Martin blieb im B-Open (Spieler bis DWZ 1400 – 141 Teilnehmer) ungeschlagen und kann mit 4,5 Punkten aus 7 Runden das beste Ilmenauer Einzelergebnis(29.Platz) vorweisen. Nicht ganz so gut lief es für Erik im A-Open (Spieler mit DZW > 1200), der sich zu oft in Zeitnot brachte und damit wertvolle Punkte vergab. Aber mit 4 Punkten konnte er sich noch im vorderen Mittelfeld platzieren(40.Platz).

Julian belegte mit ebenfalls 4 Punkten einen Platz(31.) im ersten Drittel des 96 Spieler starken A-Opens, wo auch Heiner mit 2 Punkten ein Ergebnis erreichte, mit dem er zufrieden sein konnte, hatte er doch durchweg stärkere Gegner am Brett gegenüber. Sieger des A-Opens wurde der Erfurter Alex Steinacker (6,5/7).

Unser besonderer Dank geht an dieser Stelle an das Opel-Autohaus Schenk in Ilmenau, das uns einen 7-Sitzer für den täglichen Transport der Kinder vergünstigt zur Verfügung stellte und an die Eltern, die die Fahrten nach Erfurt und die Betreuung vor Ort übernahmen.

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Julian Müller in guter Spielform beim Erfurter Jugendopen.


Stefan Schenk

Ilmenauer SV - SV WBS Eisenach 5.5 : 2.5

Die Ilmenauer Schachspieler hatten ein Heimspiel gegen SV WBS Eisenach und gingen leicht favorisiert in das Match. Eisenach spielte erstmalig in der Stammaufstellung. Bei Ilmenau war nach längerer, krankheitsbedingter Pause Prof. Dennler wieder dabei. Nach fast drei Stunden Spielzeit gab es die ersten ausgekämpften Remisen. Steffen Ortlepp War mit Schwarz ganz gut aus der Eröffnung gekommen, konnte seine Stellung aber nicht entscheidend verstärken. Als nichts mehr los war, nahm er das Remis gegen Hilmar Schwarz an.

Prof. Dennler spielte zunächst sehr vorsichtig, da er sich über seine Form im Unklaren war. Es entstand eine blockierte Stellung, die keinen Gewinnversuch mehr zuließ. Bewundernswert, was der Achtundsiebzigjährige noch an Kampfkraft und Konzentration leisten kann. Der Benjamin der Mannschaft, Erik Lorenz, geriet gegen den erfahrenen Gerhard Königsdorfer in eine schwierige Stellung. In Zeitnot fand er nicht die richtige Fortsetzung und wurde erdrückt. 2 : 1 für Eisenach.

Eine Freude war wieder die Partie von Uwe Mehlhorn am 1. Brett. Er wählte wieder eine ungewöhnliche Eröffnung, um den Vorbereitungen von Viatcheslav Minor aus dem Weg zu gehen. Er bot für Initiative ein doppeltes Bauernopfer an. Minor misstraute dieser Fortsetzung, wurde dann aber überspielt. Eine makellose Bilanz von Mehlhorn (3 aus 3!). Damit war der Ausgleich geschafft. Klaus Leuner kam mit Vorteil aus der Eröffnung. Peter Heyl zeigte aber seine Qualitäten als Problemkomponist. Er opferte einen Bauern für Initiative und konnte in ein Turmendspiel abwickeln. Alle Gewinnversuche von Leuner nutzen nichts. Ein hart ausgekämpftes Remis war die Folge.

Stefan Schenk wurde mit einem Königsgambit angefallen. Er kannte sich aber gut aus und nutzte die zahlreichen Fehler des Gegners konsequent. Der 3. Punkt aus drei Spielen kennzeichnet ihn als Leistungsträger der Mannschaft. Dann kam die Stunde3 der Zeitkontrolle. Albrecht Töpfer am 2. Brett spielte sehr nachhaltig (siehe unsere Partie) und meisterte auch die Zeitknappheit besser als Paul Hanel. Er holte seinen 3. Sieg sehr überzeugend.

Sehr wenig Zeit verblieb auch Aleksey Sukaylo. Er hatte aber einen klaren Plan und konnte den sack zumachen. Damit stand nach hartem Kampf der 5,5 : 2,5 Sieg fest. Die Ilmenauer haben offensichtlich gutes Sitzfleisch und sind sehr kampfstark. Mit dem Sieg stehen sie weiterhin punktgleich mit Ammern an der Spitze.

Klaus Leuner

Toepfer1 Töpfer,Albrecht - Hanel,Paul

39.Kg2! Tf7 40.Th1+ Kg8 41.Lg6 1–0

Nachruf Gerd Fornahl

Gerd Fornahl ist nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 59 Jahren verstorben. Mehreren Generationen hat er in Ilmenau das Schachspielen beigebracht und sich um ihre Weiterentwicklung gekümmert. Starke Schachspieler gingen aus seiner Schule hervor. Er selbst spielte jahrelang am 1. Brett und erwarb sich in ganz Thüringen hohe Achtung. Allen war er als freundlicher Mensch und einsatzstarker Organisator bekannt. Als Hauptschiedsrichter bei den Thüringer Schnellschachmeisterschaften leistete er eine sehr gute Arbeit. Der Ilmenauer Schachsport hat einen großen Verlust erlitten. Wir werden ihm stets ein gutes Andenken bewahren.
fornahl

SC Rochade Leinefelde - Ilmenauer SV 3:5

Wer von Ilmenau nach Leinefelde fahren muss, bekommt gegenwärtig jede Menge Umleitungen vorgesetzt und muss fast zwei Stunden fahren. Die Ilmenauer sind da aber abgehärtet! Trotzdem, keine guten Voraussetzungen für das Spiel in der Landesklasse Ost, um dann noch fünf Stunden am Schachbrett zu sitzen. Irgendwann ist der Akku leer. Rochade Leinefelde ist eine erfahrene Mannschaft. So war ein harter Kampf vorprogrammiert.

Nach zwei Stunden gab es die erste positive Überraschung für Ilmenau. Der erstmals eingesetzte Julian Müller spielte gegen den erfahrenen Jakob Petiko frisch auf. Der glaubte, seinen jugendlichen Gegner mit einem sehr fragwürdigen Figurenopfer erledigen zu können. Der verteidigte sich aber gut und stand eigentlich auf Gewinn. In Zeitnot bekam er aber vom Mannschaftsleiter die Erlaubnis in ein Remis einzuwilligen. Auch Erik Lorenz stand besser, musste aber nach einem vermeidbarem Dauerschach in das remis einwilligen.

Aleksey Sukaylo ging es noch schlechter. Er wurde von Frank Thomas überspielt und verlor. Etwas tragisch war das bei Steffen Ortlepp. Der hatte durch gutes Spiel einen Bauern gewonnen und sah einer glänzenden Zukunft entgegen. Dann verlor er aber den Faden und ließ sich noch betrügen. Damit entstand eine kritische Situation für die Ilmenauer.

Dann kam aber die Wende. Albrecht Töpfer überspielte den erfahrenen Gerald Pfitzenreuter überzeugend. Sein zweiter Sieg am 2. Brett! Auch auf Stefan Schenk ist Verlass. Sebastian Müller hatte wenig Freude an der Partie und verlor auch folgerichtig. Eine Bank ist gegenwärtig Uwe Mehlhorn am 1. Brett. Er war gegen Alfred Kachel einfach der stärkere Spieler. Eine Mattdrohung konnte Kachel nur mit einem Damenopfer abwehren. Damit war die Partie gelaufen und Ilmenau führte 4 : 3.

Es waren schon vier Stunden gespielt. Der Gewinn von Klaus Leuner gegen Paul Seeboth schien eigentlich nur eine Formsache. Leuner stellte aber in Zeitnot noch einen Turm ein und verlieb mit zwei Leichtfiguren gegen einen Turm. Seeboth hätte sich noch ein Endspiel gegen Läufer und Springer zeigen lassen können, was bei verbleibenden fünf Minuten sehr schwer zu spielen ist. Er verpasste aber diese Gelegenheit. Leuner rappelte sich wieder auf und zeigte die Stärke der zwei Figuren gegen den Turm überzeugend. Damit stand der 5 : 3 Sieg der Ilmenauer fest. Ilmenau steht jetzt gemeinsam mit dem Staffelfavorit an der Spitze. Ein anstrengender Tag mit positivem Ausgang!

Klaus Leuner

Leuner6 Seeboth - Leuner

35...Se3 36.Dxc3 Txc3 37.Td3 Tc1+ 38.Kf2 Sxf5 39.d5 Sd6 40.Ke3 Tc5 41.Kf4 Txd5 42.Tb3 Td4+ 43.Ke3 Txa4 44.Tc3 Sf5+ 45.Kf2 Ta2+ 46.Kg1 Te2 47.Sd7 g6 48.Tc7 La6 49.Txa7 Schwarz vertraut auf den Königsangriff und opfert die Bauern 49...Ta2 50.Sxb6 Sh4 51.Sd7 Txg2+ 52.Kh1 Ta2 53.Se5 Sf5 54.Txf7 Te2 55.f4 Txe5 Damit sollte die Sache eigentlich erledigt sein. Schwarz musste aber nach einem Patzer noch bis zum 75. Zug kämpfen. 0–1

Ilmenauer SV - SV Schmalkalden 04 6,5 : 1,5

Die Ilmenauer Schachspieler sind wieder in der Landesklasse West, wie schon so oft. Die Mannschaft musste durch den Weggang von Friedrich und Ziegler umformiert werden. Am 4. und 5. Brett spielen jetzt Jugendliche, zumindest, wenn sie da sind. Leider war das zum Saisonstart gegen Schmalkalden nicht der Fall. Erik Lorenz fehlte ohne jede Information. Ein Punkt war futsch und der Druck auf die Mannschaft entsprechend groß.

Solche Spiele entwickeln häufig eine eigene Dynamik, die zurückliegende Mannschaft muss aggressiver spielen. Das versuchte auch Klaus Leuner mit einer als etwas fragwürdig geltenden Variante im Damengambit. Der Gegner kannte sich aber gut aus und setzte seinen Remiswillen durch. Andre Strauß machte mit dem Schmalkaldener Ersatzmann wenig Federlesen und konnte seinen positionellen Druck mit einer wirkungsvollen Kombination abschließen.

Steffen Ortlepp hatte sich gegen Thomas Lesser sehr gut vorbereitet. Der opferte zwei Bauern für einen Königsangriff. Den kanzelte aber Ortlepp geschickt ab und gewann sehr überzeugend. Die Wage neigte sich jetzt zugunsten der Ilmenauer. Am 1. Brett wählte Uwe Mehlhorn eine ungewöhnliche Aufstellung, die Lutz Klingler etwas überforderte. Er kümmerte sich zu wenig um die Entwicklung des Damenflügels und wurde sehenswert ausgestopft. (siehe unsere Partie).

Bei Aleksey Sukaylo schien sich alles auf ein Remis einzupegeln. Mit jugendlichem Optimismus fand Aleksey schließlich doch noch eine Gewinnfortsetzung und bewies damit seine gewachsene Spielstärke. Da wächst ein Spitzenspieler heran! Der Ilmenauer Sieg war gesichert. Nach fünf Stunden spielten noch Schenk und Töpfer. Stefan Schenk hatte mit6 dem alten Kämpen Dr. Weigend einen hartnäckigen Gegner. Das Endspiel schien remis und barg für beide noch Verlustmöglichkeiten. Stefan überlistete dann doch noch seinen Gegner. Eine sehr starke Leistung!

Trotz drei Bauern mehr musste Albrecht Töpfer sehr genau spielen, bis für Alexander Bamberg nichts mehr ging. Damit stand das Endergebnis von 6,5 : 1,5 für Ilmenau fest. Es ist sicher etwas hoch ausgefallen, war aber das Produkt von unbedingtem Siegeswillen der Ilmenau, die die Augregung zum Beginn produktiv genutzt haben. Was der Sieg wert ist, muss sich in den nächsten Begegnungen zeigen.

Klaus Leuner

Mehlhorn7 Klingler - Mehlhorn

Wie soll Schwarz seinen Entwicklungsvorsprung nutzen?
13... Dc7 14.exd5 exd5 Schwarz ist besser entwickelt und de3 shalb bereit, einen Bauern zu opfern. 15.Lxc5 0–0 16.Lxe7 Sxe7 Dieser Springer bekommt eine ausgezeichnete Perspektive, während sein Kollege auf b1 nur zuschaut! 17.g3 Sf5 18.Dd1 Tfe8 19.Sf1 muss das Einbruchsfeld e3 decken 19...La6 20.Sbd2 bxc3 21.bxc3 Dxc3 Der Bauer wird mit hoher Rendite zurück gewonnen. 22.Db3 Dd4+ 23.Kg2 Lxd3 24.Db7 Das ist eine Scheinaktivität! Sd6 nebst Sde4 stopft die weiße Stellung aus! 24...Se4 reicht völlig 25.Lxe4 dxe4 26.Tac1 Tb8 27.Dc7 e3 28.Sf3 Le4 29.g4 Weiß gab gleichzeitig auf. Die stärkste Fortsetzung zum Matt wäre gewesen : Lxf3+ 30.Kxf3 Dd5+ 31.Ke2 Sd4+ 32.Kd3 Sf3+ 33.Ke2 Sg1# natürlich gewinnt auch 29. Sh4.

Bericht Ilmenauer Schnellschachturnier 2011

Mit 6 Punkten aus 7 Runden gewann der Internationale Meister Joachim Brüggemann (Erfurter SK) das Ilmenauer Schnellschachturnier 2011 und verwies die Großmeister Henrik Teske (SC Remagen) und Thomas Pähtz (Lok Meiningen) mit 5,5 Punkten auf die Plätze 2 und 3. Damit erkämpfte sich Joachim Brüggemann zum 9-ten Mal den Sonderpreis des Oberbürgermeisters der Stadt Ilmenau.

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IM Joachim Brüggemann und OB Gerd Seeber

Mit der durchschnittlichen Turnierwertungszahl 2149 (ermittelt aus den zehn höchsten DWZ-Zahlen) lag das 19-te Ilmenauer Schnellschachturnier über der Durchschnittzahl 2114 aller bisherigen Turniere. Die Einschätzung des Siegers – es war der wohl am schwersten erkämpfte Sieg bei seinen zehn Teilnahmen am Ilmenauer Schnellschachturnier – sei damit unterstrichen.

Der für das Turnier glückliche Umstand, dass GM Henrik Teske in seinem Elternhaus in Oberhof weilte und daher teilnehmen konnte, führte in der 5-ten Runde die beiden Großmeister Thomas Pähtz und Henrik Teske zusammen; ein Kampf der unentschieden endete.

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IGM Thomas Pähtz und IGM Henrik Teske

Vor der letzten 7-ten Runde war die Reihenfolge der Platzierungen auf den Rängen 1 bis 6 noch vollständig offen. Die beiden Ilmenauer Uwe Mehlhorn und Aljoscha Sukaylo – in der letzten Runde nicht chancenlos – konnten aber gegen IM Brüggemann und GM Pähtz nicht punkten und fielen auf Rang 7 bzw. 13 zurück.

Eröffnet wurde das Turnier mit insgesamt 39 Teilnehmern in Anwesenheit der Kanzlerin Frau Dr. Bock in Vertretung des Rektors der TU Ilmenau und Herrn Zobel, Beigeordneter des Landrates des Ilmkreises.

Symbolische Eröffnungszüge erfolgten am ersten Brett durch Turnierleiter Dr. Zocher für GM Henrik Teske im Spiel gegen Torsten Michael (Ilmenauer SV) und durch Frau Dr. Bock am Brett des Studenten der ‚Bauhaus Uni’ Weimar Robin Jacobi.

Robin Jacobi (Empor Erfurt) wurde der spätere Gewinner des Sonderpreises des Rektors der TU Ilmenau für den bestplatzierten Studenten. Er belegte am Ende mit 5 Punkten Rang 5 der Gesamtwertung.

Den Sonderpreis des Landrates des Ilmkreis für den bestplatzierten Jugendlichen überreichte Herr Zobel, Beigeordneter des Landrates an Stefan Duzy (Erfurter SK), der mit 4 Punkten Rang 11 der Gesamtwertung belegte.

Jüngster Teilnehmer war der 10-jährige Erich Riedel (SG Arnstadt-Stadtilm) auf Rang 26 vor dem ältesten Teilnehmer Rolf Knobling (USV Erfurt) mit 79 Jahren auf Rang 27 (beide 3 Punkte). Hier kämpfte ‚alt und jung’ gleichberechtigt in einem Turnier. Ein Alterspektrum von 70 Jahren; das kann doch wohl kaum eine andere Sportart aufweisen!?

Den Sonderpreis des Turnierleiters für den Bestplatzierten mit einer DWZ < 2000 nahm Leonid Kolodny (USV Erfurt) entgegen, der auch den Sonderpreis für den Bestplatzierten Senior (älter 70 Jahre) erhielt. Uwe Mehlhorn (Ilmenauer SV) ist mit 4,5 Punkten auf Rang 7 der alte und neue Schnellschachmeister des Ilmkreis. In der letzten Runde gegen J. Brüggemann musste er sich dem späteren Turniersieger geschlagen geben.

Aus der 10-köpfigen Delegation unserer seit mehreren Jahren teilnehmenden Schachfreunde von ŠK Smichov Praha nahmen 5 Nachwuchsspieler der Altersklasse U 20 und U18 teil. Hinzu kamen 9 weitere Teilnehmer der Altersklassen U12 bis U20 aus dem Ilmkreis und Erfurt. Nach Stefan Duzy (U20, Erfurter SK, 4 Punkte Rang 11), bestimmen in der Abschlusstabelle ebenfalls mit 4 Punkten auf Rang 13 Aljoscha Sukaylo (Ilmenauer SV) und auf Rang 14 Vilem Ries (U20, ŠK Smichov Praha) die weitere Reihenfolge.

Als bestplatzierte Teilnehmerin mit 3,5 Punkten auf Rang 23 wurde Alina Zahn (Empor Erfurt) ausgezeichnet.

Die Teilnehmer dankten dem Veranstalter und ganz besonders auch den Ehrengästen Frau Dr. Bock, Herrn Seeber, und Herrn Zobel für Ihre Anwesenheit bei der Eröffnung und Siegerehrung.

Im Namen des Ilmenauer Schachverein als Ausrichter des Schnellschach-Turniers dankte Turnierleiter Dr. Zocher dem Oberbürgermei­ster der Stadt Ilmenau, dem Rektor der Techni­schen Univer­sität, dem Landrat des Ilm­-Kreises sowie allen Sponsoren, dem Kollektiv der Stadtverwaltung Ilmenau und allen Helfern vor und während der Meister­schaft.


Klaus-Peter Zocher, Turnierleiter

Abschlusstabelle
PlatzNameDWZVereinPunkte
1. IM Brüggemann,Joachim 2300 Erfurter SK 6.0
2. GM Teske,Henrik 2500 SC Remagen 5.5
3. GM Pähtz,Thomas 2400 Lok Meiningen 5.5
4. Hänsel,Thomas 2314 Empor Erfurt 5.5
5. Jacobi,Robin 2000 Empor Erfurt 5.0
5. Kolodny,Leonid 1900 USV Erfurt 5.0
7. Mehlhorn,Uwe 2040 Ilmenauer SV 4.5
8. Sedy,Pavel 2156 TJ Sokol Praha Vrsovice 4.5
9. Horacek,David 1927 Sk Smichov Praha 4.5
10. Möller,Axel 1950 Stadtilmer SV 4.5
11. Duzy,Stefan 1850 ESK 4.0
12. Keitz,Daniel 1837 ESK 4.0
13. Sukaylo,Aljoscha 1800 Ilmenauer SV 4.0
14. Vilem,Ries 1964 SK Smichov Praha 4.0
15. Catterfeld,Edgar 1409 TSV 1886 Geschwenda 4.0
16. Behm,Jürgen 1508 Thuringia Königssee 4.0
17. Broda,Alexej 1465 Sk Smichov Praha 3.5
18. Minasjan,Garegin 1553 VOKD Poruba 3.5
19. Michael,Torsten 1650 Ilmenauer SV 3.5
20. Günther,Oliver 1686 Empor Erfurt 3.5
21. Schenk,Stefan 1790 Ilmenauer SV 3.5
22. Kubesa,David 1534 Sk Smichov Praha 3.5
23. Zahn,Alina 1700 Empor Erfurt 3.5
24. Hensel,Thomas 1660 SV Ammern 3.5
25. Möller,Frank 1600 Erfurter SK 3.0
26. Riedel,Erich 972 SG ARN-Stadtilm 3.0
27. Knobling,Rolf 1300 USV Erfurt 3.0
28. Lüders,Günther 1663 TSV 1883 Benshausen 3.0
29. Rocktäschel,Tim 800 Thuringia Königssee 3.0
30. Häusler,Willy 1440 Thuringia Königssee 3.0
31. Schmidt,Heiner 1250 Ilmenauer SV 3.0
32. Sicha,Tomas 1560 SK Smichov Praha 2.5
33. Rothärmel,Eduard 1000 Vereinslos 2.5
34. Kuzin,Tomas 1509 SK Smichov Praha 2.5
35. Brandt,Wolfgang 1251 Ilmenauer SV 2.0
36. Kubitova,Alzbeta 1250 Sk Smichov Praha 2.0
37. Müller,Jonny 800 Thuringia Königssee 2.0
38. Thurmann,Martin 1200 Ilmenauer SV 2.0
39. Kumstova,Lucie 1250 Sk Smichov Praha 1.0

SV Medizin Erfurt 2 - Ilmenauer Schachverein 3,5 : 4,5

Wenig Chancen, den Aufstieg doch noch zu schaffen, rechneten sich die Ilmenauer Schachspieler im letzten Spiel der Landesklasse aus. Man hätte gegen SV Medizin Erfurt hoch gewinnen müssen, bei gleichzeitiger Niederlage von Empor Erfurt 2. Empor war in der 8. Runde gegen Schott Jena 2 wegen Spielermangel nicht angetreten. Die Strafe dafür ist im Schach sehr hart. 0 : 8 und zwei Punkte Abzug obendrein. Damit spielte das Abstiegsgespenst bei Medizin mit.

Beide Mannschaften traten in stärkster Aufstellung an. Ein schnelles Remis gab es zwischen Kay Fischer und Klaus Leuner. Gegenseitiger Respekt und Schachmüdigkeit standen Pate. Albrecht Töpfer konnte seine Partie gegen Helmut Schmuck mit wachsender Überlegenheit gestalten. Mit dem Sieg krönte er seine gute Saisonleistung (5,5 aus 9). Auch Klaus Ziegler war auf dem Gewinnwege, fand aber dann nicht die entscheidende Fortsetzung und musste mit Remis unzufrieden sein. Steffen Ortlepp wollte gegen Uwe Schmidt dagegen das Remis und wählte die französische Abtauschvariante. In der Folge spielte er zu passiv und erlag schließlich dem druckvollem Spiel des Gegners. Damit stand es 2 : 2.

Viel Freude hatten die Ilmenauer an der Partie des jungen Aleksey Sukaylo. Gegen den von den Erfurtern extra aktivierten Hartmuth Seele spielte er theoretisch sehr beschlagen und gewann einen Bauern. Er zeigte dann die Überlegenheit seiner beiden Türme gegen die Dame durch geschickte Mattdrohungen. Mit 4,5 Punkten aus 7 Partien krönte er seine erfolgreiche Saison. Inzwischen wurde bekannt, dass die Ilmenauer Hoffnungen durch den Sieg des neuen Aufsteigers Empor Erfurt nichtig waren. Trotzdem wurde weiter hart gekämpft und alle Friedensangebote abgelehnt.

Uwe Mehlhorn musste aber nach über fünf Stunden nach wechselhafter Partie seine Gewinnversuche einstellen. Ebenso erging es Stefan Schenk gegen Hannelore Kube. Nach unterlassenem Gewinnzug musste er sich in ein Dauerschach retten. Gerd Friedrich spielte mit zwei Leichtfiguren gegen Turm gegen Zeit und 50 – Züge – Regel. Im schlimmsten Falle hätte er sogar nachweisen müssen, dass er mit Läufer und Springer mattsetzen kann. Helmut Schmuck verteidigte sich aber trotz eines weiteren Bauernverlust geschickt und unterdrückte alle Vormarschpläne.

Mit dem Remis stand der Ilmenauer 4,5 : 3,5 Sieg fest. Auch für die Erfurter ging es glimpflich aus, da andere Mannschaften mitspielten. So wird man sich wahrscheinlich im nächsten Jahr wieder treffen. Ilmenau kann sich im nächsten Jahr durch den Einbau weiterer Jugendlicher konsolidieren. Der souveräne Aufstieg der 2. Mannschaft zeigt, dass die gute Jugendarbeit Früchte trägt. Ilmenau ist sehr ausgeglichen besetzt. Die meisten Punkte wurden an den hinteren Brettern erzielt.

Klaus Leuner

SukayloAljoscha Sukaylo – Hartmut Seele

43...Th1+ Aufgabe, da das Bauernendspiel nach 44.Dh1 Th6+ nebst Th1: chancenlos ist. 0 : 1

Ausschreibung für das Ilmenauer Schnellschach-Turnier 2011

1. AUSRICHTER: Ilmenauer Schachverein e. V.
Klaus-Peter Zocher,
Hüttenholzstr. 19,
D-98693 Ilmenau
(03677) 69 2459 (d), (03677) 882961 (p)
zo@tu-ilmenau.de

2. TERMIN: Sonnabend, den 25.06. und Sonntag, den 26.06.2011

3. ORT: Ratssaal der Stadt Ilmenau, Rathaus, Am Markt 7

4. MODUS: Das Turnier ist offen für alle Mitglieder des ThSB und DSB, ausländische Schachfreunde sowie alle interessierten nichtaktiven Schachspieler. Es gelten die FIDE-Regeln für Schnellschach (Activ-Chess), 30 Minuten je Spieler. Das Turnier wird entsprechend der Teil­neh­mer­zahl in 7 - 9 Runden Schwei­zer System ausge­tra­gen.

5. ZEITPLAN: Anreise: 25.06.2011, bis 09.15 Uhr (Späteste Anmeldemöglichkeit!)
Eröffnung: 25.06.2011, 10.00 Uhr
Siegerehrung: 26.06.2011 gegen 14.30 Uhr

6. ANMELDUNG: bis 03.06.2011 schriftlich an den Aus­rich­ter. Ei­ne An­mel­dung ist nur gül­tig mit gleich­zei­ti­ger Über­wei­sung des Startgel­des auf das Kon­to 1124 000 247 bei der Sparkasse Arn­stadt-Ilme­nau, BLZ 840 510 10.

7. STARTGELD: 7,50 € für Mitglieder des ThSB und 10,- € für alle an­de­ren bei Anmeldung bis zum 03.06.2011, ansonsten 10,- € bzw. 15,- €

8. QUALIFIKATION: Der bestplatzierte Teilnehmer des Ilmkreis ist Schnellschach-Kreismeister.

9. VERSORGUNG: Imbiss/Getränke im Spiellokal, Mittagessen im Ratskeller

10. QUARTIER: Ilmenau-Information, Am Markt 1, Tel. (03677) 20 2358

11. PREISE: Preisgeld (1. Platz 300€, 2. Platz 250€, 3. Platz 200€) und Son­der­preise für den:
  • Sieger des Turniers
  • Bestplatzierter Teilnehmer DWZ<2000
  • Bestplatzierter­­ Jugendli­cher
  • Bestplatzierter Teilnehmer (ab 70 Jahre)
  • Bestplatzierter Student

Peter Zocher

Ilmenauer Schachverein - SV Empor Erfurt II 3:5

Spannung lag in der Luft beim Spitzenspiel der Landesklasse Ost zwischen Ilmenau und Empor Erfurt 2. Nach drei Stunden tobte der Kampf noch an allen acht Brettern. Alle Remisangebote wurden abgelehnt und es sah gut aus für die Ilmenauer. Dann aber ergriff die Ilmenauer eine nur als mystisch zu bezeichnende kollektive Schachblindheit. Klaus Ziegler hatte einen Bauern für Initiative geopfert. Statt diese systematisch auszubauen, wähnte er die Erntezeit als gekommen. Mit einem Zug „für die Galerie“, der die Kiebitze zunächst beeindruckte, schien alles gelaufen. Er hatte aber einen vernichtenden Gegenschlag von Wolfgang Renner übersehen, der sofort entschied. Unmittelbar darauf stellte auch Aleksey Sukaylo einen Turm in gewonnener Stellung ein. Lange hatte er sich gut gegen ein Figurenopfer von Martin Strauch gewehrt und die Oberhand gewonnen. Mit dem Fehler brachte er sich um die Früchte seiner Arbeit.

Als Krönung übersah dann auch noch Klaus Leuner einen simplen Trick von Jürgen Thiemann. In einem zähen, positionellem Kampf stand Leuner glatt auf Gewinn. Drei Verluste, die ins Gruselkabinett des Schachs eingehen können. Damit wurde die Ilmenauer Niederlage sichergestellt. Albrecht Töpfer spielte die ganze Partie sehr druckvoll und konnte schließlich eine Figur gewinnen. Er ließ sich von den Mannschaftskameraden nicht anstecken und gewann sicher.

Sehr wechselvoll verlief auch die Partie am Spitzenbrett. Uwe Mehlhorn spielte gegen Jens Buckan seine geliebte Pirc-Verteidigung, die der Gegner suboptimal behandelte. Nach einigen zweifelhaften Manövern, die schon Ansteckungsgefahr befürchten ließen, konnte er aber einen machtvollen Schlussakkord setzen (siehe unsere Partie). Geradezu tragisch verlief die Partie von Stefan Schenk gegen die junge Alina Zahn. Die hatte lange Zeit sehr stark gespielt und stand auf Gewinn. Dann nahte die beiderseitige Zeitnot, die Stefan nutzte um kräftig im Trüben zu fischen. Zunächst verteidigte sich Alina noch geschickt, erlag dann aber doch dem Druck und ließ sich die Dame abnehmen. Das allgemeine Bedauern, dem sich selbst die Ilmenauer nicht verschließen wollten, war nicht gekünstelt.

Damit stand das Endergebnis von 3 : 5 zuungunsten der Ilmenauer fest. Empor hat jetzt alle Trümpfe für den Aufstieg in der Hand. Gegen Jenapharm 2 reicht ein Unentschieden. Ilmenau spielt gegen Medizin Erfurt 2. In dieser starken Staffel kann aber alles passieren. Für Ilmenau bleibt der Trost, dass die 2. Mannschaft den Aufstieg in die Bezirksliga sicher stellen konnte.

Mehlhorn6 Jens Buckan – Uwe Mehlhorn

29...Df2 Der Knockout! 30.De4 Dh4+ 31.Kg1 Tf8 32.Td3 Dh2# 0–1

Klaus Leuner

Ilmenauer Schachverein - SV Schott Jena 2 4:4

Einen verbissenen Kampf lieferten sich die Schachspieler aus Ilmenau und von Schott Jena 2 in der Landesklasse Ost. Die Aufstellung von Jena ist kaum voraussehbar. Meist sind erfahrene Leute in höheren Ligen eingesetzt. Man verfügt aber über viele talentierte Jugendspieler. Nach fast drei Stunden trennten sich Albrecht Töpfer und Gunter Jordan remis. Das entstandene Turmendspiel versprach wenig im Gewinnsinne. Gut für Ilmenau. Wenig später stimmte auch Klaus Ziegler dem Remisangebot von Senior Ernst Werner (75) zu. Nachdem sich alle Hoffnungen auf Gewinn zerschlagen hatten.

Zu diesem Zeitpunkt Schien sich eine Ilmenauer Niederlage abzuzeichnen. Richtig gut stand nur Klaus Leuner, der mit positionellem Druck aus der Eröffnung gekommen war. Sehenswert war aber die Verwertung. Leuner gab zwei Figuren für Turm und Bauern, hatte aber einen Freibauern als Trumpf bei klarem Raumvorteil. Bernd Flechsig verteidigte zunächst alle Einbruchsfelder. Bei wachsender Zeitnot konnte er aber nicht mehr alle Drohungen abwehren und überschritt in verlorener Stellung die Zeit. Steffen Ortlepp hatte es erneut mit einer starken Dame zu tun. Vielleicht hat er zu viel auf die 9. Reihe geschaut. Jedenfalls verwechselte er eine Zugfolge und verlor einen Bauern und schließlich die Partie. Ladystiller statt Ladykiller!

Geben ist seliger denn Nehmen praktizierte auch Gerd Friedrich. Nach einem Qualitätsverlust rappelte er sich gegen den mongolischen Sportsfreund Bajar Saran wieder auf und stand mit einem aktiven Läuferpaar bei zwei Bauern weniger gar nicht so schlecht. Der hatte aber mit zwei Springern die traditionelle mongolische Reiterei im Einsatz. Durch eine Unachtsamkeit erwischte die einen der Läufer und konnte sich durchsetzen. Ilmenau war dadurch im Rückstand. Den glich der Ilmenauer Jugendspieler Aleksey Sukaylo wieder aus. In einer verknöcherten Stellung unterschätzte der Gegner die weißen Angriffsmöglichkeiten und zeigte sich sehr kooperativ. Dem Schlussangriff, den Aleksey sehr entschlossen zelebrierte, war er dann nicht gewachsen. Mit vier Punkten aus fünf Spielen hat Sukaylo eine sehr gute Bilanz.

Nach über fünf Stunden spielten noch Mehlhorn und Schenk. Die absolute Zeitkontrolle rückte bei beiden immer näher. Stefan Schenk hatte einen Bauern verloren und zunächst wenig Freude am Spiel. Schritt für Schritt konnte er aber Gegenspiel organisieren und eine Druckstellung aufbauen. Uwe Mehlhorn schien zunächst am Drücker zu sein. Maximilian Kölsch ist aber ein sehr starker Jugendspieler mit fast 2200 Wertungszahl. Er zeigte Schwächen in Uwes Stellung erbarmungslos auf. Mit Turm, Läufer und zwei Bauern schien er auch auf der Siegesstraße. Uwes Dame wurde aber sehr zudringlich und drohte immer mit Dauerschach. Durch sehr aktives Spiel und ein weiteres Bauernopfer öffnete Uwe die Stellung mit dem erfolg, dass der Gegner keine Aktivierungsmöglichkeiten für seine Bauern mehr sah. Ein schwer erkämpftes Remis.

Damit konnte auch Stefan Schenk in ein remis einwilligen, ohne dass die Uhr das entscheidende Wort sprechen musste. Mit dem 4 : 4 wahren die Ilmenauer die Aufstiegschancen, zumal auch Empor Erfurt 2 gegen Saalfeld über ein 4 : 4 nicht hinauskam. Der Countdown erfolgt dann im nächsten Spiel zwischen beiden Mannschaften.

Klaus Leuner

attachment Sukaylo – Mauch

26.Sxe6 [26.Dxg7 Kd8 27.Tab1 war auch gut] 26...fxe6 27.Dxg7+ Kd8 28.Txb7 Dxg7 29.Txg7 Tb8 30.c6 Kc8 31.Lxa7 Tb2 32.Ld4 Sd2 33.a5 Txc2 34.Tb7 Se4 35.a6 Aufgabe, denn der Bauer läuft –1 : 0